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Fünfte Ruder-WM für Johannes Lotz perfekt

Silber im Doppelzweier

Doppelpech im Doppelvierer

Junge/Schwinde (Potsdam/Münster), oben, holen Gold vor Lotz/Finger (Hanau/Berlin). Foto: 2000meter.de
Junge/Schwinde (Potsdam/Münster), oben, holen Gold vor Lotz/Finger (Hanau/Berlin). Foto: 2000meter.de

Mit Silber in einem packenden DM-Finale der schnellsten nationalen U23-Doppelzweier haben Titelverteidiger Johannes Lotz (Hanauer RG) und Anton Finger (Berliner RC) am Wochenende in Köln ihre Nominierung für die Weltmeisterschaft Ende Juli in Posen (Polen) perfekt gemacht. Mit nur 1,05 Sekunden Rückstand auf Henri Schwinde (RV Münster) und David Junge (RC Potsdam) verpasste die favorisierte Crew nach 2017 hauchdünn das Double, verwiesen die übrigen vier Verfolger der Deutschen Meisterschaft aber mit großem Abstand auf die Plätze.

 

Es ist die fünfte WM-Teilnahme in Folge für den 21-jährigen Psychologiestudenten, der damit ein weiteres Erfolgskapitel in der traditionsreichen Rudersport-Historie seiner Heimatstadt aufschlägt: Eine konstante und lückenlose Serie über einen so langen Zeitraum hinweg gab es für Athletinnen und Athleten der Erfolgsschmieden HRG, Hassia und Möve bislang nur einmal. Lotz zieht nun mit Weltklasseruderin und Vereinskameradin Angela Schuster gleich, die zwischen 1987 und 1991 ununterbrochen WM-Luft schnuppern konnte.

 

„Wir hatten in der Startphase des Doppelzweier-Finals ein paar Probleme, aber über die Strecke konnten wir gut in den Rhythmus finden. Leider hat man bei unseren Spurts gemerkt, dass uns die Power gefehlt hat und wir uns nicht an unseren Gegnern vorbeischieben konnten“, so Lotz, der wie sein Berliner Partner mit einem Infekt ins DM-Wochenende gestartet war.

 

Bord-an-Bord-Kampf

Wie nach den Vorläufen zu erwarten, entwickelt sich vom Start weg ein Dreikampf zwischen Hanau/Berlin, Münster/Potsdam und der ebenfalls nach einer Medaille greifenden Crew aus Hannover/Magdeburg mit Malte Engelbracht und Jan Berend. Die später auf Gold und Bronze liegenden Teams hatten bei der ersten Zeitnahme die Bootsspitze knapp vorne, zur Halbzeit setzten sich Schwinde/Junge und Lotz/Finger allerdings als Führungsduo vom Feld ab und lieferten sich einen spannenden Kampf um den Titel. Den Bord-an-Bord-Kampf entschieden Schwinde/Junge im Finish mit 06:14,95 Minuten für sich. Die Berliner Trainingspartner Lotz/Finger kamen in glatten 06:16,00 Minuten über die Ziellinie. Bronze ging in 06:23,45 Minuten an Hannover/Magdeburg. Witten/Essen (06:26,20), Nürtingen/Stuttgart (06:30,80) und Krefeld/Rostock (06:37,3) folgten auf den Plätzen.

 

Bitteres Aus für designiertes WM-Boot

Doppelpech dann vor für HRG’ler Lotz vor seinem wichtigsten Rennen im gesetzten WM-Doppelvierer des DRV mit seinem Zweierpartner Anton Finger, Steven Hacker (Dresden) und Marc Weber (Gießen) wenige Stunden vor dem Finale: Zunächst musste er nach seinem Silberlauf im Doppelzweier auf einen weiteren Start verzichten und für Paul Konrad Peter (Hannover) Platz machen, der kurzfristig einspringen sollte. „Nach dem Zweierfinale war leider die Luft raus und ich hätte im Vierer meine Leistung nicht mehr bringen können“, kommentierte Lotz. „Mich hat es dann noch härter erwischt als meinen Partner, weswegen ich für den Vierer nicht fit genug war und wir uns dazu entschieden haben, dass ich nicht angreife.“ Dann fiel sogar der gesamte Auftritt des hoffnungsvollen Quartetts buchstäblich ins Wasser: Bugmann Weber, frisch gebackener Titelverteidiger im Skiff, stürzte auf dem Weg zum Bootssteg so schwer, dass die Crew nicht mehr zur Startanlage fahren konnte. Das bedeutete das bittere Aus für das designierte WM-Quartett noch vor dem Startsignal.

 

WM-Ziel: „Endliche eine Medaille“

Am Dienstag reist das U23-Nationalteam zur „unmittelbaren Wettkampfvorbereitung“ (UWV) nach Ratzeburg und absolviert zum Einstieg ins vierwöchige Trainingslager Ergometertests. „Ich bin gespannt, wie die Bootsbesetzungen sein werden und ob unser Partner Marc Weber rudern kann oder ausfällt. Dementsprechend hoffe ich, dass wir schnell eine Viererbesetzung gefunden haben und am Mittwoch in Ratzeburg gleich mit der Arbeit anfangen können“, blickt Lotz voraus.

 

Wenn alles nach Plan läuft, hat das Team um Lotz auf jeden Fall das große Ziel, in Polen endlich eine Medaille zu holen. „Die ist seit langem fällig für den deutschen U23-Doppelvierer und steht auch bei allen Startern in dieser Bootsklasse auf der To-do-Liste, da wir alle noch keine U23-Medaille errudern konnten. Wir werden alles dafür tun“, gibt sich Lotz kämpferisch.

 

sl


Rückblick DJM

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