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U23-WM: Erste Silbermedaille seit 1998 für den BM4x des DRV

„Wir sind mega-glücklich"

Lotz/Wolff/Junge/Werner mit bestem Ergebnis seit elf Jahren

Starker Auftritt: Lotz, Wolff/Junge und Werner sind Vizeweltmeister im U23-Doppelvierer. Foto: 2000meter.de
Starker Auftritt: Lotz, Wolff/Junge und Werner sind Vizeweltmeister im U23-Doppelvierer. Foto: 2000meter.de

Mit Silber im Gepäck kehren Johannes Lotz (Hanauer RG), Moritz Wolff (Berliner Ruder-Club), David Junge (Ruder-Club Potsdam) und Franz Werner (Pirnaer Ruderverein) von der U23-Weltmeisterschaft in Sarasota/Florida zurück und bescheren mit ihrem starken WM-Auftritt dem Deutschen Ruderverband (DRV) das beste Resultat im Doppelvierer seit elf Jahren, als es letztmals Gold gab. Silber liegt noch viel weiter zurück: 1998 in Ioannina (Griechenland). Coach Alexander Schmidt (Olympiastützpunkt Berlin), der das deutsche Quartett zum Olympiasieg in Rio de Janeiro führte, zeigte sich nach dem Rennen überglücklich und lobte sein Team in höchsten Tönen: „Das war ein Top-Rennen. Ich habe den Jungs heute Morgen noch mal unser Olympiarennen von Rio gezeigt, wie wir unbekümmert von vorne weggefahren sind. Das haben sie dann auch so gemacht. Ich bin stolz.“

 

Eine halbe Bootslänge zu Gold

In einem an Spannung kaum zu überbietenden Bord-an-Bord-Rennen mit dem auf einer Position umbesetzten Titelverteidiger Großbritannien (5:51.77 Minuten) erkämpfte sich das DRV-Boot (5:53.09) nach Bronze im Vorjahr nun mit einer halben Bootslänge Rückstand die hochverdiente Silbermedaille. Die stark eingeschätzten Italiener (5:55.17), 2018 Vizeweltmeister, konnten erstmals vom Quartett des Deutschen Ruderverbandes (DRV) nach drei direkten Vergleichen in Folge mit einer Bootslänge in Schach gehalten werden und holten Bronze. Rumänien (5:58.04), Tschechien (6:04.17) und Neuseeland (6:08.89) hatten mit dem Ausgang des dramatischen WM-Finales nichts zu tun und landeten auf den Plätzen vier bis sechs.

 

Deutschland startete am flottesten und legte sich sofort an die Spitze des Feldes. Bis zur Streckenhälfte lag das DRV-Team hauchdünn auf Goldkurs, bis die britischen Titelverteidiger mit der schnellsten Zwischenzeit eine knappe Führung herausfahren konnten. In einem dramatischen Finish auf den letzten Metern der 2000-Meter-Distanz drehten Lotz/Wolff/Junge/Werner noch einmal richtig auf und hefteten sich ans Heck der Favoritencrew, die auf der Ziellinie nur mit 1,32 Sekunden vorne lag.

 

Lotz: "Genau unsere Bedingungen"

Schlagmann Lotz, der mit vierfachem Edelmetall nunmehr zum fleißigsten WM-Medaillensammler des Hanauer Rudersports avanciert, konnte seinen erneuten WM-Erfolg auf der Ziellinie kaum fassen und riss mit einem Freudenschrei beide Arme in den stahlblauen Himmel von Sarasota: „Wir sind mega-glücklich. Es waren genau unsere Bedingungen“, sagte der frisch gebackene Vizeweltmeister am Siegersteg. „Zehn Minuten vor dem Rennen ist der Gegenwind ein bisschen rausgekommen. Das hat uns echt in die Karten gespielt. Wir haben alles gegeben, um vor den Briten rauszufahren. Am Ende muss man einfach neidlos anerkennen, dass die Briten heute das kleine Stück stärker waren und die Bugspitze vorne hatten.“

 

Die Deutschen Meister hatten sich zwar in der laufenden Saison als schlagkräftiges Team erwiesen, an solch einen überzeugenden Auftritt im WM-Finale mit der auf drei Rollsitzen neu formierten Crew hatte man kaum rechnen können. „Im Vergleich zu 2018 hatten wir heute einfach mehr Mut, um Gold mit zu fahren, und haben uns auf der Strecke nicht zufrieden gegeben mit einem zweiten oder dritten Platz. Ich denke, das war heute auch das Rezept, um die Silbermedaille zu holen“, so Johannes Lotz, der mit dem WM-Finale eine komplette Leistungssportdekade von 2009 bis heute aufzuweisen hat.

 

Junge: "Ich bin sehr stolz und ein bissschen sprachlos“"

Mit David Junge saß ein weiterer, international dekorierter Athlet mit im Boot: Der 22-Jährige Potsdamer holte mit Lotz bei den U19-Junioren bereits Gold im Doppelvierer und Silber im Doppelzweier. „Ich bin unheimlich glücklich über meine Crew. Wir sind von Anfang an stark losgefahren, haben geführt, haben versucht, es zu halten. Am Ende sind wir Zweiter geworden. Aber ich bin unheimlich glücklich. Ich bin sehr stolz und ein bissschen sprachlos“, freute sich Junge nach dem Gewinn seiner dritten WM-Medaille.

 

Lotz & Co. trafen zuvor beim ersten Schlagabtausch auf drei Finalisten der WM 2018: Mit Titelverteidiger Großbritannien, Vizeweltmeister Italien, Bronze-Medaillengewinner Deutschland und dem Viertplatzierten aus Ungarn waren die vier stärksten Nationen des Vorjahres im ersten von drei Vorläufen zu sehen. Die ersten vier Mannschaften liefen exakt in der Reihenfolge des WM-Finals von 2018 ein – lediglich die Abstände zwischen den Podestplätzen von Posen (Polen) waren diesmal kürzer. Titelverteidiger Großbritannien siegte in 5:50.43 Minuten vor Italien, 5:53.57, und dem DRV-Quartett, 5:55.51. Die Ungarn, 5:58.97, und die Neuseeländer, 6:01.29, mussten in den Hoffnungslauf.

 

Gastgeber USA frühzeitig ausgeschieden

Mit einer imponierenden Leistung landete das deutsche Team im Halbfinale in 5:45.11 Minuten knapp hinter Italien (5:44.03) auf Platz zwei. Rumänien (5:47.10) im Schlepptau erreichte ebenfalls den WM-Endlauf.

 

13 Nationen hatten gemeldet. Gastgeber USA war bereits vorzeitig ausgeschieden. Das ungarische Boot - mit drei Teammitgliedern aus dem Vorjahr an Bord und seinerzeit dem deutschen Team mit Platz vier dicht auf den Fersen - schaffte es diesmal nicht ins A-Finale. Die Schweizer gewannen zwar zum Auftakt ihren Vorlauf, fanden sich nach Rang sechs im Halbfinale aber im B-Finale wieder.

 

Im Medaillenspiegel der Männer-Doppelvierer stehen die Crews des Deutschen Ruderverbandes (DRV) an der Spitze: 13 Titel, acht Mal Silber und zehn Mal Bronze.

 

sl

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Kommentare: 1
  • #1

    Familie Junge (Sunday, 28 July 2019 21:00)

    Hallo Herr Lotz, vielen Dank für Ihre tolle Berichterstattung. Wir sind auch Mega Stolz. Ein packendes Finale. Die Jungs waren einfach Klasse. Liebe Grüße Jana und Oliver Junge und eine gute Heimreise.

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